Wolfsbrucher Abtorfungsgebiet

Wolfsbrucher Abtorfungsgebiet

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Eine neue Renaturierungsfläche ist hinzugekommen. Leider erlebte sie am Anfang mit 2018 und 2019
sehr trockene Jahre, so dass sich ein Überstau nicht einstellte. In Senken und Gräben konnte sich
Wasser halten, so dass Bekassinen und Schnepfen hier zunächst gute Bedingungen vorfanden. Später
wuchsen hier dann auf den Dämmen Brennnessel, Brombeeren, Disteln und Wiesenröslein. In den
Flächen breiteten sich Gräser und das Wiesenröslein aus.

Besonders diese Blühpflanzengebiete haben es im Sommer den Bienen, Hummeln und
Schmetterlingen angetan. Zahlreiche Arten dieser Insekten bevölkern die Flächen.

Daneben halten sich in den hohen Gräsern auch Rehe mit ihren Kitzen auf. Über die Flächen
streichen Rohrweihe und Mäusebussard.

In den Flächen machen sich Dorngrasmücke, Zilpzalp und Fitis während der Nahrungssuche
bemerkbar. In den schwächer bewachsenen Flächen singt auch eine Lerche und Kiebitze brüten hier.

Sicherlich mag manche oder mancher einwenden, dass diese Flächen sich nicht hin zu einem
Hochmoor entwickelt haben, ihnen das Wasser fehlt oder die hochmoortypischen Pflanzen fehlen,
aber das alles wird sich in Zukunft einstellen. In ihrem derzeitigen Zustand ist die Fläche ein wichtiges
Rückzugsgebiet für andere Tierarten, die auf Insekten, Käfer und Spinnen angewiesen sind, die sich in
solchen wild wachsenden Gebieten zurückziehen, wenn die Landschaft ringsum immer aufgeräumter
wird.

Gerade Hummeln und Wildbienen sind auf solche üppig wachsende Blumenwiesen angewiesen, auf
denen sie reichlich Nahrung finden.
Auch wenn die Entwicklung eines Hochmoores hier das Ziel ist, zeigt sich im Bereich des
Wolfsbrucher, Altendorfer und Aschhorner Moores, dass gerade dieses Nebeneinander von
unterschiedlichen Renaturierungsgebieten und extensiv genutzten Flächen sich durch eine große
Vielfalt an Tieren und Pflanzen auszeichnet.
Ist der Bewuchs etwas niedriger, so gehen hier auch Kraniche auf Nahrungssuche.

Heuschrecken und Moorfrösche besiedeln ebenfalls diese Flächen.

Gerade nach Starkregen zeigt sich einerseits wie aufnahmefähig der Resttorfkörper ist, andererseits
zeigen die scheinbar toten Torfmoose, dass sie eigentlich nur auf Wasser gewartet haben.

Torfmoose in der Fläche im September 2019